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Namensentstehung

 

Noch heute steht im Öflinger Oberdorf, in der Nähe der ehemaligen Mühle die alte Zehnscheune (heute ältestes Haus von Öflingen: Wehratalstr. 38). Dort waltete einst als Müllerin ein hartherziges, rachsüchtiges Weib und zog monatlich den Zehnten der Bauern ab. In ihrer Schlechtigkeit stahl sie von den Vorräten und behauptete, die armen Leute hätten ihren Zins noch nicht abgeliefert. Auch behielt sie von dem Mehl, das die Bauern bekommen sollten und verkaufte in schlechten Zeiten das Gestohlene zu Wucherpreisen. Hielt jemand bei ihr um Almosen an, so hetzte das geizige Weib die Hunde auf die Bittenden. Die Strafe blieb jedoch nicht aus. Als die Müllerin starb, fand sie im Grab keine Ruhe. Sie musste als Geist in der Mühle umgehen. Ein Kapuzinerpater aus Dornach bannte den schaurigen Geist als Fliege in eine Flasche. Diese musste von einem beherzten Mann zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang auf den Hühnerlochfelsen, der ca. 300 Meter über dem Öflinger Oberdorf liegt getragen werden. Der Träger durfte sich auf seinem mühsamen Weg unter keinen Umständen umsehen und es gelang ihm trotz einiger unheimlicher Ereignisse. Gewisse Leute haben danach beobachtet, wie das Gespenst als roter Hahn auf dem Felsen stand und sehnsüchtig auf die Mühle herabschaute und auch Jäger sahen, wie sie sich in früher Stunde kämmte. Daher heißt dieser Felsen der Hühnerlochfelsen und nicht mehr wie der ursprüngliche Name war, Hunnenlochfelsen. Die Gebannte musste dort viele hundert Jahre lang ausharren, bis sie im heutigen Abend aus ihrer verfluchten Flasche befreit wird.

 

Es waren nämlich Öflinger Kinder, die in den Wald gingen, um Holz zu suchen und am besagten Hühnerlochfelsen fanden sie ein auf der Erde liegendes Fläschchen. Ein Kind wollte es aufheben, aber es ging nicht. Da schlugen sie mit Stöcken darauf, im selben Augenblick bekamen sie von unsichtbarer Hand Ohrfeigen. Die Kinder erschraken sehr, sie blickten sich um, konnten aber niemanden sehen. Voller Angst rannten sie nach Hause und bemerkten es nicht mehr, als die Flasche in tausend Stücke zersprang....